Unterwegs mit Jürgen Sedlmayr

I s l a n d

photography    J ü r g e n   S e d l m a y r


Island 2000 - Urgewaltige Landschaft aus Feuer und Eis

Island, eine Vulkaninsel mitten im sturmumtosten Nordatlantik, ist ein Land der Kontraste: Riesige Gletscher und Geysire, öde Steinwüsten und beeindruckende Wasserfälle liegen oft dicht beieinander, berichteten die zwei Abenteurer. Das Land beeindruckte Manuela und Jürgen Sedlmayr mit seiner grandiosen Natur. Es gibt riesige Vogelkolonien und zahlreiche heiße Quellen, in denen man zum Teil auch baden kann. Dies kam denen zwei sehr gelegen, denn sie hatten eine komplette Ausrüstung mit Verpflegung dabei und waren auf sich selbst gestellt. Wer Einsamkeit und Stille sucht, kann in unbewohnten Gebieten der Westfjorde wandern. Er trifft dort auf eine artenreiche Tierwelt und längst verlassene Dörfer.

 

Manuela und Jürgen Sedlmayr fuhren über 9.000 Kilometer (mit der Anfahrt) auf dem zum Teil guten, aber auch schlechten bzw. sehr schlechten Straßen und Wege auf Island. Ein Traum dennoch für jeden Off-Roader und Naturliebhaber diese Insel "Island".

 


Als Entdecker Islands gilt der schwedische Wikinger Gardar Svavarsson, der um 870 in Húsavík in Nordisland überwinterte und die Insel nach sich selbst Garðarsholmur (Gardarsholm) benannte. Nach den schriftlichen Quellen wurde Island im späten 9. und frühen 10. Jahrhundert durch Auswanderer aus Norwegen und anderen skandinavischen Ländern sowie durch keltische Siedler bevölkert. Archäologisch ist jedoch eine frühere Besiedlung nachweisbar. Auf den Westmännerinseln wurden die Grundmauern eines typisch norwegischen Langhauses unterhalb einer Lavaschicht aus dem 7. Jahrhundert entdeckt.  Auf die Zeit um 900 reichen die deutsch-isländischen Beziehungen zurück.

 

Der nächste Entdecker Flóki Vilgerðarson fuhr aus, um mit Hilfe dreier Raben Garðarsholmur (Island) zu finden. Ein Bericht über diese ausgefallenen Navigationsmethoden findet sich im Landnámabók.

 

Island ist mit rund 103.000 km² (Landfläche: 100.250 km², Wasserfläche: 2.750 km², mit Fischereizone 758.000 km²) – nach dem Vereinigten Königreich – der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas. Die Hauptinsel ist die größte Vulkaninsel der Erde und befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises. Island ist Mitglied der EFTA, des Europäischen Wirtschaftsraums, des Nordischen Rates sowie Gründungsmitglied der NATO.

 


Die 336.060 Einwohner (Juni 2016) leben in dem am dünnsten besiedelten Land Europas. Über 60 Prozent der isländischen Bevölkerung konzentrieren sich auf die Hauptstadtregion von Reykjavík.

 

Geographisch gehört Island zu Nordeuropa, geologisch zu Europa und Nordamerika, geopolitisch zu den Nordischen Ländern und kulturell zu Nordwesteuropa. Der Inselstaat befindet sich südöstlich von Grönland. Nordöstlich liegt die Insel Jan Mayen, östlich befindet sich Norwegen, südöstlich liegen die Färöer, Großbritannien und Irland.

 

Zwischen Grönland und Island liegt die Dänemarkstraße. Nördlich von Island liegt die Grönlandsee, östlich das Europäische Nordmeer oder „Nordpolarmeer“, beides Nebenmeere des Arktischen Ozeans. Südlich beginnt der Nordatlantik. Der längste Fluss ist die Þjórsá mit 230 km. Die höchste Erhebung der Insel ist der Hvannadalshnúkur mit 2110 m. Die Küstenlänge beläuft sich auf rund 4.970 km.



 

Island 2000 - Urgewaltige Landschaft aus Feuer und Eis

 

Anreise

Die Island Tour

Reiseverlauf

Island 2000

Satellitenbild

Island



Furten von Flüssen

Furten stellen für den Offroad-Fahrer sicher die größte Herausforderung dar. Ein Fehlverhalten beim Durchqueren eines Flusses kann für Mensch und Fahrzeug fatale Folgen haben.

 

Fluss ist nicht gleich Fluss. Gerade auf Island müssen Offroad-Fahrer zwischen normalen Flüssen und Gletscherflüssen unterscheiden. Gletscherflüsse sind durch ihre milchige Färbung leicht zu identifizieren. Oft ist ihr Untergrund nur schwer bis gar nicht zu erkennen und ihre Tiefe nicht einschätzbar. Was jeder Fahrer außerdem wissen sollte: Durch das Schmelzwasser können Gletscherflüsse im Laufe des Tages unterschiedliche Wasserstände haben. In der Regel führen sie vormittags weniger Wasser, deshalb sollten Gletscherflüsse am besten morgens überquert werden.

 

Die meisten Flüsse sind aber auch mit „kleineren“, entsprechend ausgerüsteten, Allradfahrzeugen zu befahren. Ein Schnorchel darf allerdings nicht fehlen, ebenso wenig wie die Abdichtung der restlichen Luftansaugung zum Motor. Sicherungkästen sowie Motorsteuergeräte, falls vorhanden, sollten vor dem eintretenden Wasser geschützt werden. Das Motorsteuergerät kann entweder an eine höhere Stelle verlegt werden, in wasserdichte Kästen verpackt oder zumindest mit einem Feuchtigkeitsschutzspray wie Wetprotect geschützt werden. Weitere Kernfragen sind: Liegen Tankentlüftung, Achsentlüftungen und Abgasschlauch der Standheizung hoch genug?

 

Flussdurchquerungen

Tagtäglich passieren im Sommer viele Jeeps die Furten im isländischen  Hochland.  Auf  den  Pisten,  die  in  unserer  Karte  blau markiert  sind,  ist  das  unter  normalen  Umständen  kein  Problem.

Und doch können Flüsse in Island plötzlich anschwellen und eine Furt unpassierbar machen!

Bei manchen Furten ist der an sich schmale Fluss zu einem flachen, aber breiten Wasserbecken ausgefahren worden. Dieses Wasserbecken ist häufig in der Mitte vertieft – prüfen Sie, ob es nicht sicherer ist, hier halbkreisförmig am Rand des Beckens durchzufahren!



Autofähre von Hanstholm (Dänemark) zu den Färöer Inseln nach Seyðisfjörður (Island)

Die Ankunft mit der Fähre in Seyðisfjörður

Seyðisfjörður (deutsch „Fjord der Feuerstelle“) ist eine Stadt im Osten Islands in der Region Austurland. Sie liegt am Ende des gleichnamigen Fjords. Am 1. Januar 2014 hatte Seyðisfjörður 665 Einwohner.

 

Die Stadt ist der Anlaufhafen der Norröna, der einzigen Autofähre, die Island über die Färöer und Dänemark mit dem europäischen Festland verbindet. Sie verkehrt unter der Flagge der Färöer.

 

Die Passstraße über die Hochebene Fjarðarheiði führt in die nächstgelegene Stadt Egilsstaðir und zum Hringvegur (27 km).

 

In Seyðisfjörður endete das erste, 1906 verlegte Unterseetelefonkabel nach Island. Der Fjord war zudem im Zweiten Weltkrieg ein Marinestützpunkt der Alliierten und Ausgangs- oder Endpunkt einiger Nordmeergeleitzüge. Seyðisfjörður war die erste voll elektrifizierte Stadt Islands. Deshalb gibt es in ihr auch ein Technikmuseum.

 



Jökulsárlón in Island

Der See Jökulsárlón (deutsch „Gletscherflusslagune“) ist der bekannteste und größte einer Reihe von Gletscherseen in Island. Er liegt am Südrand des Vatnajökull auf dem Breiðamerkursandur zwischen dem Skaftafell-Nationalpark und Höfn. Mit 248 Metern ist er der tiefste See Islands.

 

Der Jökulsárlón ist bekannt für die auf ihm treibenden Eisberge, die eine Höhe von bis zu 15 Meter erreichen. Sie lösten sich von der Gletscherzunge des Breiðamerkurjökull ab.

 

Oft sind Farbunterschiede in den Eisbergen zu beobachten. Das Blau rührt von verschiedenen Kristallen im Eis und deren Reflexion her, das Schwarz von vulkanischer Asche. Am Ufer des Sees befinden sich zahlreiche Wanderwege. In den Monaten Juni und Juli nisten die Großen Raubmöwen (Skua) nahe dem Gletschersee. Weiterhin gibt es im Jökulsárlón Robben.

 

In der Nähe befinden sich zwei weitere Gletscherseen, der viel kleinere und abgelegenere Fjallsárlón, mit kleineren Eisbergen, sowie der Breiðárlón.

 

Der Gletschersee diente bereits als Schauplatz für bekannte Filmproduktionen wie James Bond – Stirb an einem anderen Tag, James Bond 007 – Im Angesicht des Todes, Tomb Raider, Beowulf & Grendel und Batman Begins. Damit Fahrzeuge auf dem See fahren können, wurde für den James-Bond-Film der Zugang zum Meer verschlossen.

 

1975 war der See etwa 7,9 km² groß, wuchs aber auf 18 km² auf Grund der Schmelze des Gletschers an. Der See und das umliegende Land gehörten zu dem Bauernhof Fell und waren also Privateigentum. Dieses stand zum Verkauf und im Januar 2017 machte der isländische Staat von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch und kaufte das Naturdenkmal.

 

Der See Jökulsárlón (deutsch „Gletscherflusslagune“)



Vulkanische Landschaft bei den Lakagígar

Unterwegs zu den Laki-Kratern

Landkarte "Laki-Krater"

Laki-Krater

Die Laki-Krater liegen im Süden Islands in der Nähe der Ausbruchsspalte Eldgjá. Die Kraterreihe wird dem Vulkansystem der Grímsvötn zugerechnet. Dies wird unter anderem damit begründet, dass die Grímsvötn 1783 gleichzeitig mit den Laki-Kratern ausbrachen (von August 1783 mit Unterbrechungen bis ins Jahr 1785).

 

Zwischen den Gletschergebieten des Mýrdalsjökull und des Vatnajökull verläuft auf 50 km Länge das sogenannte „Streifenland“ mit zahlreichen von Südwesten nach Nordosten ausgerichteten Spalten. Die Gegend, zu der auch die Eldgjá gehört, ist bekannt für einige der gewaltigsten Vulkanausbrüche Islands. Deshalb hießen diese Bezirke im Volksmund auch eldhéröð (dt. „die Feuerbezirke“).

 

Bei der Kraterreihe selbst handelt es sich um ca. 130 bis 140 Schlackenkegel und Schweißschlackenkegel sowie zwei Tuffkegel, die sich über etwa 25 km in Südwest-Nordost-Richtung erstrecken und deren Ausrichtung in etwa parallel zum Grabenbruch der östlichen Vulkanzone Islands verläuft. Die Kraterreihe entstand während einer Ausbruchsserie im 18. Jahrhundert, die von 1783 bis 1784 andauerte. Weitere Ausbrüche aus der Kraterreihe hat es bisher nicht gegeben.

 

Móðuharðindin (isländisch etwa für „Nebelnot“) war eine Naturkatastrophe, die sich in den Jahren 1783 und 1784 in Island ereignete. Ursache war der Ausbruch der Laka-Krater, der sogar Auswirkungen auf das weltweite Klima hatte. Isl. móða bedeutet auf Deutsch „Feuchtigkeit, Dunst, Beschlag“.

 

Der Ausbruch der Vulkanspalte der Laki-Krater, dem mehrere Erdbeben vorausgegangen waren, begann am 8. Juni 1783 und dauerte bis zum 7. Februar 1784. Er gilt als eine der größten in historischer Zeit dokumentierten Vulkaneruptionen. Die Eruption verwüstete einen erheblichen Teil des südlichen Island und hatte Auswirkungen in erster Linie auf Island, aber auch auf das gesamte globale Klima. Wegen des dadurch hervorgerufenen vulkanischen Winters kam es weltweit zu Missernten und Massensterben.

Die Ausbrüche sind insgesamt ungewöhnlich gut belegt. Besonders aufschlussreich sind die Berichte des oben erwähnten Pfarrers Jón Steingrímsson, Eldrit. A complete description of the Síða Fires (1788).

 

Über die Herkunft des Phänomens entwickelte sich eine breite Debatte. Viele Wissenschaftler brachten es mit den Erdbeben in Süditalien in Zusammenhang, welche durch Gärungen oder auch durch elektrisches Feuer im Erdinneren ausgelöst worden seien. Damit steht das Ereignis in Zusammenhang mit der damals aktuellen Debatte bezüglich der Herkunft der Gesteine unter Wissenschaftlern und interessierten Laien der Aufklärungszeit, die sich in verschiedene Richtungen spalteten, je nachdem ob sie zu den Neptunisten gehörten – wie Goethe – oder den Plutonisten, auch Vulkanisten genannt.

 



Vík í Mýrdal

Vík í Mýrdal (dt. „Bucht am sumpfigen Tal“) ist der südlichste Ort auf dem Festland Islands und liegt in der isländischen Gemeinde Mýrdalur. Am 1. Januar 2014 hatte der Ort 296 Einwohner. Vík stellt für die Bewohner rund um den Mýrdalsjökull ein wichtiges Dienstleistungs- und Versorgungszentrum dar.

 

Vík í Mýrdal liegt südlich des Sees Heiðarvatn an der Südküste Islands. Nordwestlich des Ortes liegt der Berg Reynisfjall, ein guter Beobachtungsort für Ornithologen. Dort findet man im Juni und Juli zahlreiche Papageitaucher und Eissturmvögel. Die vulkanische Halbinsel Dyrhólaey liegt südlich des Dyrhólaós und befindet sich rund 6 km westlich des Ortes. Durch Vík fließt der Fluss Víkurá in den Atlantik. Weiter östlich befindet sich der Fluss Uxafótarlækur.

 

Der Ort hat einen berühmten Strand aufzuweisen. Dieser besteht aus schwarzer Lava. Das Meer davor ist häufig wild und aufgewühlt. 1991 wurde der Strand vom „Islands Magazine“ zu einem der 10 schönsten Strände der Welt gewählt.

 

Vor der Küste befinden sich drei schwarze Felsnadeln (Dykes), die Reynisdrangar: „Skessudrangur“, „Landdrangur“ und „Langsamur“. Eine Legende berichtet, dass Trolle ein Schiff ans Land bringen wollten und dabei versteinert worden seien.

 

Am Strand befindet sich die nördliche Statue "Der Reisende", geschaffen von der isländischen Bildhauerin Steinunn Thorarinsdottir. Ein identisches zweites Exemplar – die südliche Statue – befindet sich am Strand der britischen Stadt Hull. Beide Figuren bilden somit eine imaginäre Brücke zwischen den beiden Inselstaaten.

 

Vík í Mýrdal ist der südlichste Ort auf dem Festland Islands

Landkarte Vík í Mýrdal und Umgebung



Gullfoss

Der Gullfoss („Wasserfall“) ist ein Wasserfall des Flusses Hvítá (Ölfusá) im Haukadalur im Süden Islands. Der Fluss Hvítá bildet die Gemeindegrenze zwischen Hrunamannahreppur und Bláskógabyggð.

 

Der Wasserfall gehört mit Þingvellir und den benachbarten Geysiren zum sogenannten Gullni hringurinn (Golden Circle, dt. wörtlich: „Goldener Ring“ oder „Goldene Rundfahrt“) der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Islands.

 

Seine durchschnittliche Wasserführung beträgt etwa 109 m³/s, im Sommer etwa 130 m³/s. Der größte bisher gemessene Abfluss betrug 2000 m³/s. Der Wasserfall besteht aus zwei Stufen, von denen die erste 11 m und die zweite 21 m Höhe besitzt. Diese beiden Kaskaden stehen etwa rechtwinklig zueinander.

 

Von der zweiten Stufe stürzt das Wasser in eine Schlucht, die vom Wasserfall bis zur Verbreiterung zum Tal 2,5 km lang ist und eine Tiefe von 70 Metern erreicht. Die Wasser der Hvítá und nicht zuletzt die bisweilen auftretenden Gletscherläufe haben diese Schlucht seit der Eiszeit vor 10.000 Jahren um durchschnittlich 25 cm im Jahr ausgefräst.

 

Zwei Gletscherläufe im 20. Jahrhundert sind bekannt, 1930 und 1948. Bei diesen wurde die Schlucht völlig mit Wasser gefüllt, so dass die niedrigere Wasserfallstufe zeitweilig darunter verschwand.

 

Dass es diesen Wasserfall noch gibt, ist dem Einsatz von Sigríður Tómasdóttir vom nahegelegenen Hof Brattholt zu verdanken, die um 1920 gegen den Bau eines Elektrizitätswerks am Wasserfall anging. Eine englische Gesellschaft hatte den Wasserfall gepachtet, um einen Staudamm zu errichten und Elektrizität zu erzeugen. Nach jahrelangem Rechtsstreit mit Hilfe des Rechtsanwalts und späteren Präsidenten von Island Sveinn Björnsson, als alle Anstrengungen hoffnungslos erschienen und Sigríður mit dem Freitod in den Fluten drohte, konnte der Vertrag schließlich aufgrund einer zu spät gezahlten Pacht aufgelöst werden und ging schließlich zurück an den isländischen Staat. Daran erinnert eine Hinweistafel aus Stein in der Nähe des Wasserfalles.

 

 



Geysir

Der Große Geysir ist ein Geysir im Süden Islands im Gemeindegebiet von Bláskógabyggð. Der Große Geysir ist namensgebend für diese Art von geothermalen Quellen, die in anderen Teilen der Welt erst im 19. Jahrhundert allgemein bekannt wurden. Sein Name ist von dem isländischen Wort gjósa abgeleitet. Er ist der älteste bekannte noch gelegentlich aktive Geysir. Auch das Vulkansystem im geothermisch sehr aktiven Gebiet Haukadalur am Fuße des Lavadoms Laugarfjall im Süden der Insel ist nach ihm benannt.

 

Das Vulkansystem im Haukadalur besteht aus einem erodierten Zentralvulkan aus Basaltgestein sowie Lavadomen aus Rhyolith aus dem Pleistozän. Nach der Eiszeit wurden keine Eruptionen im Vulkansystem festgestellt, aber es ist noch aktiv.

 

Das Hochtemperaturgebiet ist ca. 500 m lang und ca. 100 m breit. Andererseits scheint es in der Vergangenheit noch viel umfangreicher gewesen zu sein: Die für die Abdeckung von Springquellen typischen Silikatplatten bedecken ein Gebiet von 200.000 m2.

 

Der Große Geysir wurde 1294 das erste Mal in den sog. Oddsverja annáll erwähnt, als ein starkes Erdbeben die bereits vorher bekannten Quellen des Haukadalur erschütterte und die geologische Aktivität maßgeblich veränderte. Im Jahr 1647 wurde er vom Bischof Brynjólfur Sveinsson erstmals unter dem Namen Geysir beschrieben. Schon im 17. Jahrhundert erkannte man dann, dass die Aktivitäten der Springquelle direkt mit Erdbeben in Zusammenhang stehen müssen. 1845 erreichte er eine Höhe von 170 Meter. Seine Ausbrüche erreichten meist Höhen bis zu 60 Meter.

 

Ab 1915 stellte der Große Geysir seine Aktivität ein. Erst 1935 wurde er für einige Jahre wieder aktiv, um danach für längere Zeit zu schlafen.

 

In den 1970er Jahren wurde er als Touristenattraktion mit Hilfe von vielen Kilogramm Schmierseife zum Ausbrechen gebracht, was aber je nach Wetterlage über einen Tag dauern konnte. Später beschränkte man diese Maßnahme auf das erste Wochenende im August (Kaufmannswochenende). Auf Druck der Umweltschutzverbände wurde auch das Anfang der 1980er Jahre abgeschafft.

 

Seit einem Erdbeben im Jahr 2000 ist er nun wieder aktiv, er bricht allerdings nur unregelmäßig aus. Zwischen 17. und 20. Juni 2000 erreichte der Geysir für zwei Tage eine Höhe von 122 Metern und gilt als der höchste Geysir. Die Höhe seiner Ausbrüche beträgt nun nur bis zu 10 Meter, allerdings hat sich die Dauer eines Ausbruches dadurch verlängert.

 

 

Der ausbrechende Große Geysir

Ausbruch des Großen Geysirs

 



Landmannalaugar

Landmannalaugar ist ein Gebiet nahe dem Vulkan Hekla im Südwesten von Island. Es liegt in der Gemeinde Rangárþing ytra, 180 km östlich von Reykjavík. Die unter Naturschutz stehende Gegend gilt als eine der schönsten der Insel, was sie den zahlreichen vulkanischen Erscheinungen und den sehr farbigen Bergen zu verdanken hat.

 

Diese sind Auswirkungen der Nähe eines aktiven Zentralvulkans, des Torfajökull. Aus graublauem Pechstein besteht der Vulkan Bláhnjúkur. Rötlich-braune Hänge (Rhyolithgestein oder Quarztrachyt CaF2) sind am Vulkan Brennisteinsalda zufinden, die auch streckenweise wegen Schwefel- und Kalkausfällungen graue, bläuliche und weiße Farbgebungen zeigen. Grüne Moose und weiße Schneereste, die selbst im Hochsommer vorhanden sind, setzen weitere Farbakzente. Ein schwarz glänzendes Obsidianlavafeld, das Laugahraun, reicht von den Solfataren an der Brennisteinsalda bis zum Fluss, an dem eine Hütte des Isländischen Wandervereins steht und wo in einem dampfenden Bach gebadet werden kann.

 

In der Nähe von Landmannalaugar liegt der reizvolle See Frostastaðavatn, bis zu dem man auf markierten Wegen wandern kann. Weitere Wege führen von dort etwa nach Landmannahellir oder zum Krater Ljótipollur.

 

Berühmt ist der Trekkingweg Laugavegur, der von hier über Þórsmörk weiter bis nach Skógar an die Küste führt. Weitere Wanderungen führen auf in Teilen steilen, markierten und ausgesetzten Pfaden auf den Aussichtsberg Bláhnjúkur. Ein markierter, relativ leicht zu begehender Rundweg führt an seinem Fuße entlang durch die Schlucht Grænagil, auf das Lavafeld Laugahraun und an den Fumarolen und Schlammtöpfen beim Vulkan Brennisteinsalda vorbei über den Laugavegur wieder zurück nach Landmannalaugar.

 

Eine anspruchsvollere Rundwanderung führt von der Hütte in Landmannalaugar, über die Schlucht Litla Brandsgil, den Berg Skalli und an der Brennisteinsalda vorbei wieder nach Landmannalaugar zurück.

 

... auf dem Weg nach Landmannalaugar

Landmannalaugar gilt als eine der schönsten Gegenden auf Island



Manuela & Jürgen Sedlmayr im Kerlingarfjöll

Kerlingarfjöll

Der Kerlingarfjöll ist ein vulkanischer Gebirgszug in Island und erreicht mit dem Snækollur eine Höhe von 1.477 m. Die Berges dieses Gebirgszuges liegen im isländischen Hochland ca. 25 km östlich der Kjölur-Route. Vermutlich waren sie einmal Teil des Gletscherschildes Hofsjökull.

 

Im Gebiet der Kerlingarfjöll, an den Hängen des Loðmundur, befand sich von den 60er Jahren bis zum Jahre 2000 ein Sommerskigebiet. Die Klimaveränderungen machen Skifahren im Sommer dort unmöglich. Im Winter hingegen ist das Gebiet schwer zugänglich.

 

Heute dienen die Hütten im Sommer Touristen und Wanderern als Unterkunft.

 

Die Hochtäler Hveradalir sind mit Wanderwegen gut erschlossen, die teilweise allerdings Schwindelfreiheit erfordern. Die Berge Snækollur und Loðmundur können beide von der Nordseite her bestiegen werden.

 

Zudem führt eine Dreitagestour von Hütte zu Hütte um die Kerlingarfjöll herum. Der Trekkingweg ist 50 km lang. Es wird empfohlen ihn gegen den Uhrzeigersinn zu begehen.

 

Die erste Tagesetappe führt zunächst nach Südwesten zum Felsen Kerling und von dort zur Hütte am Klakkur. Dabei stehen zwei Wegmöglichkeiten vom Kerling zur Hütte zur Auswahl.

 

Die zweite Etappe führt zur Hütte Kisubotn und vorbei an den Bergen Klakkur, Grákollur und der Schlucht Kisugljúfur. Die Hütte liegt im Tal Kisubotn, der Verlängerung der Schlucht Kisugljúfur. Die dritte Etappe führt von dort zur Nordseite des Loðmundur und zurück zu den Hütten bei den Kerlingarfjöll.

 



Schotterpiste Kjölur

Der Hochlandweg Kjölur, genauer ist die Bezeichnung Kjalvegur, ist mit etwa 160 km die zweitlängste und mittlere der Hochlandpassagen von Island.

 

Sie beginnt im Haukadalur kurz hinter dem Wasserfall Gullfoss als Fortsetzung der Biskupstungnabraut und trägt die Nummer 35. Die Straße verläuft zwischen den Gletschern Langjökull und Hofsjökull. Schließlich endet sie im Norden an der Svínvetningabraut, Straße 731, deren kürzerer Teil zur Ringstraße und der längere Teil direkt nach Blönduós führt. Ursprünglich hatte diese Straße die Nummer F37. 1995 bekam sie die Nummer F35, die davor zur Kaldidalsvegur gehörte. Seit 2001 hat sie nur noch die Nummer 35, ist also keine Hochlandpiste (Fjallavegur) mehr. Trotzdem ist diese Straße über den Winter gesperrt.

 

Ungefähr in der Mitte der Strecke liegt Hveravellir, der Ort der heißen Quellen. Knapp 30 km südlich von Hveravellir biegt die Piste zu den Kerlingarfjöll nach Nordosten ab. In etwa parallel zum Kjölur verläuft die Sprengisandur-Piste östlich des Hofsjökull durch das isländische Hochland. Westlich der heutigen Piste verläuft der alte Kjalvegur. Er wird immer noch von Trekkingfreunden und Reitern benutzt.

 

Nachdem im Oktober 1780 fünf Reiter mit ihren Pferden und über 150 Schafen hier (Beinahóll/Knochenhügel) in einem Schneesturm starben, geriet die Route für etwa 100 Jahre in Vergessenheit. Sie wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt und neu gekennzeichnet.

 

Heute erfreut sich die Route auch bei Touristen zunehmender Beliebtheit, weil keine Flüsse oder großen Bäche mehr durchquert werden müssen. Die Piste ist planiert oder aus Schotter und verläuft zum Teil etwas weiter östlich als der alte Reitweg. Die alte Route des Kjalvegur ist heute zwischen Hvítárnes und Hveravellir als Mehrtageswanderung begehbar. Im nördlichen Teil der Piste wurde der Fluss Blanda zu einem Wasserkraftwerk aufgestaut.

 

Unterwegs auf der F35 - Hochlandweg Kjölur



Unterwegs zum Schneeberggletscher  /  Manuela Sedlmayr beim fotografieren

Wanderung beim Snæfellsjökull am westlichen Ende der Halbinsel Snæfellsnes

Snaefellsjökull

Der Snæfellsjökull („Schneeberggletscher“) ist ein 1446 m hoher Stratovulkan am westlichen Ende der Halbinsel Snæfellsnes auf Island. Der Berg hieß ursprünglich Snæfell oder Snjófell, zur Unterscheidung von zwei anderen Bergen dieses Namens wird aber bei ihm die isländische Bezeichnung für Gletscher (jökull) an den Namen gehängt. Er liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Snæfellsbær.

 

Es gab einige Geschichten aus dem Mittelalter um mutige Männer, die den Berg bestiegen hätten. Unter ihnen befindet sich selbstverständlich der in der Gegend allgegenwärtige Bárður Snæfellsás – dieser ist allerdings als solcher nicht sehr glaubwürdig, sind doch die Geschichten um seine Person allzu volkssagenverdächtig.

 

Später wurde der Berg wie viele andere vom Aberglauben mit einem Nimbus von Geheimnis und Gefahr umgeben. Es bedurfte der mutigen Aufklärer Bjarni Pálsson und Eggert Ólafsson. Diese hielten am 1. Juli 1753 auf den Berg, bewaffnet u. A. mit Kompass, Thermometer und einem Essigfläschchen, für den Fall, dass die Atemluft in dieser enormen Höhe doch etwas zu dünn würde. Aber es gelang, und, wie im Falle der Hekla, gelten sie als die Erstbesteiger des Berges.

 

Inzwischen ist der Berg ein sehr beliebtes Ziel bei Bergsteigern, jedes Jahr gehen etliche Gruppen hinauf. Mit den Bestimmungen der Höhe des Vulkans hat es eine eigene Bewandtnis: Der Berg galt über viele Jahrhunderte als der höchste Berg von Island. Noch im Jahre 1753 waren die Erstbesteiger Eggert und Bjarni hiervon überzeugt und ihre Messungen ergaben die beachtliche Höhe von 2154 m.

 

Als man den Berg im Jahre 1804 erneut vermaß, kam man dem heutigen Maß mit 1436 m schon viel näher. Die genaue Höhe des Berges konnte aber erst 1910 ein dänischer Offizier feststellen, der sie auf 1446 m festlegte.

 

Der Snæfellsjökull ist die einzige Eiskappe Islands, die von Reykjavík aus zu sehen ist. Der Gletscher reicht nahezu bis an den höchsten Punkt des Berges, der einen eisfreien Nunatak darstellt. Am weitesten hinab reicht das Eis beim nordwestlichen Auslassgletscher, dem Blágilsjökull; dort befand sich das Gletscherende im Jahr 2008 auf einer Höhe von 637 m. Im Jahr 2008 wurde mittels Laserscanning (Lidar) eine Fläche von 10 km² ermittelt. 2002 wurde noch eine Fläche von 12,5 km² mittels GPS-basierter Feldmessungen festgestellt. Die Fläche der Eiskappe betrug 1910 noch 22 km², wie auf Basis damaliger Karten festzustellen ist.

 

 



Papageitaucher auf Látrabjarg

Die Steilküste Látrabjarg liegt im äußersten Westen der dünn besiedelten Vestfirðir. Das Kap Bjargtangar ist der westlichste Punkt Islands und damit – abgesehen von einigen kleineren Inseln – der westlichste Punkt Europas. Látrabjarg ist etwa 14 km lang.

 

Im Süden ist bei gutem Wetter der etwa 85 km entfernte Snæfellsjökull zu sehen. Látrabjarg gilt als einer der größten Vogelfelsen der Welt. In dem bis zu 450 m hohen Kliff leben Millionen Seevögel, vor allem Papageitaucher, Lummen und Tordalken. Die Vogeleier dienten den Isländern als Nahrung und wurden durch Abseilen gesammelt. Von Breiðavík führt eine schmale Schotterstraße zu dem meist menschenleeren Kap, an dem eine Wetterstation und ein Leuchtfeuer stehen.

 

Bei Látrabjarg retteten Isländer im Winter 1947 die Besatzung eines englischen Fischdampfers. Als diese Großtat verfilmt werden sollte, gab ein neuerlicher Schiffsunfall die reale Kulisse unter gleichen Bedingungen. Der eindrucksvolle Film ist in Island zu erhalten.

 

Der Papageitaucher (Fratercula arctica) oder Puffin ist eine Vogelart aus der Familie der Alkenvögel (Alcidae). Die Art brütet in Erdhöhlen an und auf Klippen oder an deren Fuß im nördlichen Atlantik sowie im westlichen Nordpolarmeer.

 

Mit einer Körperlänge von 28 bis 34 cm und einer Flügelspannweite von 50 bis 60 cm ist er etwa so groß wie eine Haustaube. Männchen sind etwas größer und schwerer als Weibchen; so hatten auf der Insel Skomer vor Wales gefangene Männchen im Mittel eine Flügellänge von 159,9 mm und wogen im Mittel 391 g, Weibchen erreichten eine Flügellänge von 158,9 mm und ein Gewicht von 361 g.

 

Wie bei vielen Vertretern der Familie sind Brustband, Oberkopf, Rücken sowie die Oberseite der Flügel schwarz und die Unterseite des Rumpfes weiß. Eine diffus dunkelgraue Zone zieht sich seitlich vom hinteren Flügelansatz bis zum Beinansatz. Im Prachtkleid sind die Kopfseiten großflächig scharf abgesetzt weiß mit einem grauen Anflug. Dieses weiße Feld läuft zum Hinterkopf hin spitz aus. Unter dem Auge befindet sich ein rotes, wulstförmiges Hautgebilde, von dem sich eine feine, unbefiederte Linie fast gerade bis in die hintere Spitze des weißen Feldes zieht.

 

Unterwegs im äußersten Westen zur Steilküste Látrabjarg

 

 

Papageitaucher (Fratercula arctica) oder Puffin

 

 

Manuela an der Steilküste Látrabjarg



... naturbelassene heiße Quelle bei Landmannalaugar

Isländische Badekultur

Die isländische Badekultur ist ein wesentlicher Bestandteil der isländischen Kultur. Auf Grund der vulkanischen Aktivitäten in Island gibt es eine Vielzahl heißer Quellen, die unter anderem dazu genutzt werden, Bäder zu beheizen.

 

Neben den heißen Quellen gibt es in Island 169 Bäder, von denen 138 geothermisch beheizt sind (Stand: 2010). Die meisten Bäder sind nicht überdacht.

 

In Island gehört Schwimmen verpflichtend zum Sportunterricht, sodass fast jeder Isländer schwimmen kann. Einer von vielen Gründen, nach Island zu reisen, sind sicher die heißen Quellen und Bäder im Land. Die Blaue Lagune oder das Myvatn Nature Bath findet wohl jeder, aber es gibt auch viele kleine Bäder und weitgehend naturbelassene heiße Quellen.

 



 

Island 2000 - Urgewaltige Landschaft aus Feuer und Eis

 

 

Rohrbach - Frankfurt - Kolbing - Hanstholm - Färöer Inseln - Egilsstadir - Höfn - Vik - Hvolsvöllun - Selfos - Hvergerdi - Reykjavik - Gardur - Keflavik - Reykjavik - Keflavik - Blaue Lagune - Grindavik - Reykjavik - Mosfellsbaer - Borganes - Stykkisholmur - Lartabjarg - Budardalur - Stykkisholmur - Olafsvik - Snaefellsjökull - Borganes - Mosfellsbaer - Pinkvellir - Gjabakkahraum - Geysir - Gullfoss - Jarlhettur Hütte - Skalpanes Hütte u. Gletscher - Kerlingarfjöll - Hveravellir - Pjofadalir - Kjölur F 35 - Blönduos - Varmahlio - Akureyri - Godafoss - Myvatn See - Hverir bei Namafjall - F 862 - Asbyrgi - Köpasker - Nr. 85 - Hraunhafnartangr - Raufarhöfn - Grimstunga - Reykjahlid (Myvatn) - Mödrudalur - Kverkfjöll - F 902 - F 910 - Dreki - Askya - Vitisee- Öskjuvatn - F 910 - F 910 bis zur Sprengi dann auf der F 26 (Sprengi nach Süden) - Landmannalaugar - Hekla - Mundafellshraun - Vatnafjöll - F 210 östl. - Laufafel - Mogishöfdar - F 261 - F 261 - F 250 - Nr. 1 - Porsmörk - Vik - F 206 zu Laki - Skalafellsjökull - Höfn - Nr. 939 - Nr. 931 - F 910 - Laugarfell - F 909 - Snäefell - Bru - F 910 - Bruardalir - Meladrafjall - Fagridealur -  F 910 - F 88 - Nr. 1 - Reykjahlid - Myvatnsee - 87 - Schotterpiste Randir - nördl.Schotterpiste bei Reykjaheidi - Husavik - 85 - 867 - Porshöfn - 869 - Porshöfn - 85 -Bakkafjördur -  Vopnafjördur - 919 - Nr.1 - 925 - 944 - 94 - Bakkagerdi - Höfn - 946 -Husavik - Egilsstadir - Seydisfördur - Fähre nach Deutschland - Hanstholm - Hamburg - Frankfurt - Rohrbach.

 


Text Quelle: Wikipedia Enzyklopädie

Karten: Google Maps

Bildmaterial von: Jürgen Sedlmayr

Aufnahmeort: Island