Unterwegs mit Jürgen Sedlmayr

S O L F A T A R E N

photography    J ü r g e n   S e d l m a y r


Solfataren in Námaskarð/Island

 

Solfataren sind 100 °C bis zu 250 °C heiße postvulkanische Exhalationen (Ausströmungen) von Gasen, die hauptsächlich Schwefelwasserstoff (H2S), Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasserdampf enthalten. Bei Kontakt mit Luftsauerstoff oxidiert der Schwefelwasserstoff und bildet elementaren Schwefel und Schwefeldioxid, das sich in Wasser löst und Schweflige Säure (H2SO3) bildet.

 

Diese Säure greift das Gestein und den Boden an und bewirkt zusammen mit dem heißen Wasserdampf die Zersetzung der mineralischen Bestandteile. Durch diese Zersetzung und Kondensation von Wasserdampf bilden sich häufig Schlammkessel, in denen die Gase unter Blasenbildung austreten.

 

Namengebend ist die Solfatara bei Pozzuoli in den Phlegräischen Feldern (ital. Campi Flegrei) westlich von Neapel (Typlokalität). Von den Gasen ist meist im Plural die Rede, der Singular lautet die Solfatare.

 




Ein Schlammtopf (auch Schlammsprudel, engl.: mud pot), ist eine heiße Quelle, die sich in geothermal aktiven Gebieten bei schwachem Grundwasserzufluss bildet.

 

Grundwasser speist die Quelle; ein großer Teil davon verdampft, das restliche Wasser steigt zusammen mit überhitztem Wasserdampf und vulkanischen Gasen an einer Stelle zur Oberfläche auf, wo der Boden reich an Vulkanischer Asche, Ton oder anderen feinen Partikeln ist, die sich mit Wasser zu Schlamm vermischen.

 




Der Schlamm nimmt die Gestalt einer zähflüssigen, durch den Wasserdampf häufig blubbernd kochenden Suspension an.

 

Schlammtöpfe stellen somit eine besondere Erscheinungsformen der Fumarolen dar und sind Anzeichen für eine geringe vulkanische Tätigkeit.

 

Diese kann abnehmend sein, sie kann aber auch, falls sich ein neues Gebiet mit solchen Schlammtöpfen bildet oder ein altes, vorher ausgetrocknetes wieder belebt wird, für das Gegenteil, nämlich für zunehmende vulkanische Aktivität stehen.

 




S O L F A T A R E N  in Námaskarð / Island

Der Pass Námaskarð (isl. náma „Mine“) befindet sich im Norden von Island am See Mývatn. Er schneidet in den Berg Námafjall ein und ist 410 m hoch. Der Name stammt von der Schwefelgewinnung, die hier bis Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte. Der Schwefel wurde von Húsavík aus verschifft.

 

Der Námaskarð ist ausgebaut und asphaltiert. Die Ringstraße Nr. 1 führt über ihn hinweg, denn er liegt auf dem Weg zwischen dem Mývatn und Egilsstaðir, etwa 5 km von Reykjahlíð entfernt.

 

Von den von Reykjahlíð auf die Passhöhe führenden Serpentinen (etwa 100 m) kann man den Mývatn überblicken und erkennt die vulkanisch noch aktiven und dampfenden Kraterreihen der „Jarðbaðshólar“. Dahinter dampft die Lagune „Jarðböðin“.




Anfahrt:

PKW ca. 6 Stunden von Reykjavík/Island, 484 Kilometer

Fliegen:

Reykjavík/Island nach Akureyri/Island, ca. 45 Minuten




... zu Fuß:

Querfeldein mit Abenteuer:

von Reykjavík/Island nach Namaskardh, 426 Kilometer, ca. 87 Stunden.

(über Sprengisandsleið)

 

An der Straße entlang:

Nr. 36, 35 auf die Nr. 1, 494 Kilometer, ca. 101 Stunden.



Exhalationen von einfachen Fumarolen enthalten im Vergleich zu denen von Schlammtöpfen geringere Mengen an Wasserdampf, es kommt daher nicht zur Bildung von Schlamm.

Text Quelle: Wikipedia Enzyklopädie

Karte: Google Maps

Bildmaterial von: Jürgen Sedlmayr

Aufnahmeort: Island