Unterwegs mit Jürgen Sedlmayr

T i b e t

photography    J ü r g e n   S e d l m a y r


Tibet 2003 - Von Kathmandu bis nach Lhasa

Die Reise per Jeep ist in Tibet ein wahres Abenteuer und abgesehen von der Route über den Friendship Highway aus Nepal nur erfahrenen Fahrern mit der richtigen Ausrüstung und Allradantrieb zu empfehlen. Straßenverhältnisse sind meist schlecht und die Versorgung mit Gebrauchsgütern oder Ersatzteilen dürftig. Dafür entschädigt eine einmalige Landschaft entlang der gewählten Route.

 

Durch seine Lage und lange Zeit der Isolation ist Tibet mit seiner Hautpstadt Lhasa zu einem ganz besonderen Ort geworden, der Reisende aus der ganzen Welt anzieht. Reisen in Tibet sind nicht nur populär bei Touristen aus Europa sondern zunehmend auch bei chinesischen Touristen und Backpackern.

 

Die vormals anstrengende und lebensgefährliche Reise durch das höchste Gebirge der Welt ist glücklicherweise inzwischen zu einem angenehmen und sicheren Ausflug geworden. Um einmal die legendären buddhistischen Sehenswürdigkeiten der tibetischen Hauptstadt Lhasa zu sehen oder die Berge des Himalaya, das "Dach der Welt", mit eigenen Augen zu sehen, war der Abenteurer Jürgen Sedlmayr im Jahr 2003 mit dem Jeep im Dezember in Tibet unterwegs.

 

Mit einem Geländewagen ging es quer durch Tibet bis hin nach Lhasa. Ehemaliger Sitz des Dalai Lama, der Potola Palast in Lhasa, war sein Hauptziel in Tibet.



T i b e t                                                                               བོ ད་

Tibet ist ein ausgedehntes Hochland in Zentralasien, das oft als Dach der Welt bezeichnet wird. Abgeschieden durch das Himalaya-Gebirge am Südrand hat Tibet eine eigenständige Kultur und schon vor dem 7. Jahrhundert auch eigenständige Staaten herausgebildet, die sich über Teile des Hochlands erstreckten. Mitte des 13. Jahrhunderts geriet Tibet durch die mongolische Herrschaft in den Einzugsbereich des chinesischen Vielvölkerstaates.

 

Tibet besaß bis ins 20. Jahrhundert hinein ein eigenes Staatswesen. Die gegenwärtige Zugehörigkeit Tibets zur Volksrepublik China ist völkerrechtlich umstritten. Seit 1959 besteht eine Tibetische Exilregierung, die international nicht anerkannt ist, aber von vielen Ländern unterstützt wird.

 

Die chinesische Verwaltungsgliederung des größten Teils des historischen Großraums Tibet umfasst heute das Autonome Gebiet Tibet (AGT) mit der Hauptstadt Lhasa sowie zehn Autonome Bezirke und zwei Autonome Kreise in den Provinzen Qinghai, Sichuan, Yunnan und Gansu. Teile des historischen Tibets bzw. des Siedlungsgebietes des Volkes der Tibeter außerhalb Chinas bestehen in Pakistan, Indien, Nepal, Bhutan und Myanmar.

 

Das Hochland von Tibet, das in seinem äußersten Süden einen großen Teil des Himalaya-Gebirges umfasst und sich auf einer durchschnittlichen Höhe von 4500 Metern erstreckt, gilt als die höchstgelegene Region der Welt.

 

Das Hochplateau Tibets ist wüstenhaft, der trockenste Teil ist der westliche Bereich der als Changthang bezeichneten alpinen Steppen. Der Grund für die Trockenheit liegt vor allem darin, dass der Himalaya das Hochland nach Süden hin von den indischen Monsunregen abschirmt und im Inneren kontinentales Klima vorherrscht.

 



Heutige Situation

Die Lage in Tibet ist weiterhin sehr angespannt. Zu Unruhen in Lhasa kam es zwischen 1987 und 1989, was zur Ausrufung des Ausnahmezustandes durch die Behörden führte, später folgten die Unruhen in Tibet 2008 sowie Selbstverbrennungen von Tibetern 2012. China übte sich dabei stets in Kriegsrhetorik.

 

Die chinesische Polizei- und Militärpräsenz in Tibet ist enorm, die Bevölkerung steht unter ständiger Kontrolle und wird stark unterdrückt. Es ist streng verboten, den aktuellen Dalai Lama nur zu erwähnen oder gar Bilder von ihm zu verbreiten. Menschenrechtsorganisationen beklagen des Weiteren die fehlende Religions- und Pressefreiheit, die strenge Geburtenkontrolle, außergerichtliche Hinrichtungen und Verschwindenlassen.

Polizei- und Militärkontrolle / Check-Point unterwegs



Drepung Kloster in Lhasa / Mönch „Chögyel“  & Jürgen Sedlmayr

Buddhismus in Tibet

Tibet ist der Mittelpunkt des tibetischen Buddhismus, der als Vajrayana bekannt ist. Der Buddhismus in Tibet hatte sich zunächst seit dem 8. Jahrhundert und später ab dem 11. Jahrhundert in vier großen buddhistischen Schulen (Nyingma, Kagyü, Sakya und Gelugpa) entwickelt.

 

Der international bekannteste Lama des tibetischen Buddhismus ist der im indischen Exil lebende 14. Dalai Lama. Er ist zugleich bedeutender Repräsentant einer Mahayana-Schule und wird von der tibetischen Exilregierung als Staatsoberhaupt anerkannt.

 

Die vorbuddhistische tibetische Religion ist der Bön; sie ist von buddhistischen Einflüssen stark durchdrungen – ebenso wie der tibetische Buddhismus wiederum vom Bön beeinflusst wurde.



 

Tibet 2003 - Mit dem Jeep in das Hochland von Tibet

Reiseverlauf

Die Tibet Tour

Teilstrecke von

Kathmandu bis nach Lhaze

Teilstrecke von

Lhaze bis nach Xigatse

Teilstrecke von

Xigatse bis nach Lhasa



Kathmandu / Araniko Highway / Kodari

Der Araniko Highway ist eine Fernstraße zwischen Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, und der Brücke der sino-nepalesischen Freundschaft an der Grenze zur Volksrepublik China. Er gilt als eine der gefährlichsten Straßen in Nepal.

 

Die Strecke ist unbefestigt und steigt in das durch extreme Höhenunterschiede geprägte Himalaya-Gebirge auf. Sie führt an vielen Steilhängen entlang und durchquert flache, offene Bachläufe. Häufig gibt es keine Sicherung der unbefestigten Straße zum Abgrund hin.

 

Während und nach Regenfällen kommt es immer wieder zu Erdrutschen, wobei größere Erd- und Gesteinsmassen für längere Zeit den Weg blockieren; Unfälle sind häufig.

 

Die Ortschaft Kodari ist die letzte Siedlung am Highway. Derzeit (Stand: Juli 2013) werden in der Nähe des Ortes mit finanzieller und technischer Hilfe der Volksrepublik China größere Hallen und ein LKW-Depot geschaffen, die dem stark zunehmenden Warenverkehr zwischen den Ländern dienen sollen. Auch die von dort bis zur chinesischen Grenze verbleibenden 6 Kilometer des Highways werden modernisiert.

 

Der Araniko Highway endet an der Brücke der sino-nepalesischen Freundschaft. Auf chinesischer Seite führt der Weg weiter über den ausgebauten Friendship Highway bis nach Lhasa, der Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet, und als Nationalstraße 318 letztlich bis nach Shanghai.

 

Ortschaft Kodari mit der "Friendship" Brücke

... auf der Friendship Brücke in Richtung chinesischer Seite.



 

... von Kathmandu über Kodari, Zhangmu, Gutsuo, Tingri, Nyalam,

Renda, Lhatse, Xigatse bis nach Gyantse


Hauptstraße in Tingri

Fleischhändler auf der Hauptstraße in Tingri

Tingri                                                                         དིང་རི་རྫོང་

Tingri ist ein Kreis an der Nordflanke des Himalaya mit Bedeutung für Tourismus und Bergsport wie beispielsweise Bergsteigen und Mountainbike fahren. Er gehört zum Verwaltungsgebiet der Stadt Xigazê im Autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China. 1999 lebten im Kreis Tingri 45.157 Einwohner. Hauptort und Sitz der Kreisverwaltung ist Shelkar bzw. Neu-Tingri, das 8.767 Einwohner (2000) zählt.

 

Das Gebiet des Kreises Tingri befindet sich mit einer Fläche von 10.000 km², in einer durchschnittlichen Meereshöhe von 5000 Metern. Angrenzende Kreise sind Ngamring, Nyalam, Lhazê, Sa'gya und Dinggyê.

 

Im Süden des Kreises befindet sich die tibetische nördliche Seite mehrerer Achttausendergipfel im Himalaya, wie auch das in einer Höhe von 5100 Meter erbaute buddhistische Rongbuk-Kloster.

 

Tal und Gletscher mit gleichem Namen, stellen den Beginn einer der Besteigungsrouten des Qomolangma dar. Der Rongbuk ist einer der drei Gletscherarme des Qomolangma. Neben dem Rongpu-Kloster gibt es in Tingri weitere bedeutsame buddhistische Mönchzentren.



Xigatse 3860m                                                           བ ཀྲ་ ཤིས་ ལྷུན་ པོ་

Xigatse (Shigatse), offiziell als Xigazê bekannt, ist eine Präfektur-Stadt der Autonomen Region Tibet mit einer Fläche von 182.000 km². Es befindet sich innerhalb der historischen Tsang Provinz Tibet.

 

Das Verwaltungszentrum der Präfektur-Stadt ist das Bezirk Samzhubzê. Es ist ungefähr gleichbedeutend mit dem alten Stadtkern von Shigatse, der zweitgrößten Stadt Tibets, etwa 280 km südwestlich von Lhasa und dem Tashilhunpo-Kloster, traditionell Sitz des Panchen Lama.

 

Tashilhunpo Kloster in Xigatse

Das Kloster Trashilhünpo liegt im Westen des Stadtbezirks Samzhubzê der Stadt Xigazê im Autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China. Es ist der traditionelle Sitz des Penchen Lama.

 

Das Kloster wurde 1447 von Gendün Drub gegründet. Gendün Drub war einer der beiden wichtigsten Schüler des Tsongkhapa, dem großen Reformator, der die Gelug-Tradition gründete. Gedün Drub wurde später (rückwirkend) als erster Dalai Lama eingeordnet. Trashilhünpo ist eine der ganz großen Klosteruniversitäten der Gelug-Schule zur Ausbildung von buddhistischen Gelehrten (Geshe).

 

Penchen Lobsang Chökyi Gyeltshen wurde 1601 Abt von Trashilhünpo. Er war der erste, der den Titel „Penchen Lama“ – einer der wichtigsten Autoritäten des tibetischen Buddhismus – trug, obwohl er später als vierte Inkarnation bezeichnet wurde. Seit damals ist Trashilhünpo der Sitz des Penchen Lama. Lobsang Chökyi Gyeltshen wurde der wichtigste Studienleiter des 5. Dalai Lama und ließ das Kloster vergrößern.

 

Während der Kulturrevolution wurden Teile des Klosters zerstört, darunter die Grabstupas des 5. bis 9. Penchen Lama. Von ursprünglich 5000–7000 Mönchen wurden die meisten inhaftiert oder ermordet, ca. 250 flüchteten ins Ausland, wo sie das Kloster im Exil wieder errichteten. Erst in den 80er Jahren wurden die Einschränkungen der Religionsausübung gelockert und das Kloster wieder aufgebaut.

Tibeter auf der Fahrt mit dem Taxi in Richtung Xigatse

Kloster Trashilhünpo in Xigatse

Gebetsraum im Kloster Trashilhünpo



... viertgrößte Ort Tibets "Gyangzê "(Gyantse)

Jürgen Sedlmayr am Ralung-Kloster

... Bergfestung, die auf das 9. Jahrhundert zurückgeht.

Gyantse  3950m                                                                           རྒྱ ལ་ རྩེ་

Gyangzê ist ein Kreis der bezirksfreien Stadt Xigazê im Autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China. Er hat eine Fläche von 3.859 km² und rund 60.000 Einwohner (2003).

 

Sein Verwaltungssitz, die Großgemeinde Gyangzê, ist der viertgrößte Ort Tibets nach Lhasa, Samzhubzê und Chengguan und liegt 3977 m über dem Meeresspiegel am Friendship Highway, der Kathmandu in Nepal mit Lhasa, der Hauptstadt von Tibet, verbindet.

 

Im Zentrum von Gyangzê lag ursprünglich eine Bergfestung, die auf das 9. Jahrhundert zurückgeht. Im 14. Jahrhundert wurde sie zum Kloster Pelkhor Chöde umgebaut und erweitert. Das Kloster ist berühmt für seinen Kumbum, dem größten Chörten Tibets, der 1440 in Auftrag gegeben wurde. Dieses Bauwerk hat vier Stockwerke mit 108 Kapellen und über 10.000 Wandbildern. Das Kloster Pelkhor Chöde beherbergt Mönche von drei Schulen des tibetischen Buddhismus: Sakya, Bodong und Gelug.

 

Im Jahr 1904 wurde auf halber Höhe des Festungsberges eine Plattform für Kanonen errichtet, um das Eindringen britischer Truppen abzuwehren.

 

Im Kreis Gyangzê werden vor allem Hochlandgerste, Erbsen, Hirse und Gemüse angebaut. Er ist eine der wichtigsten Ackerbau-Regionen Tibets. Teppiche aus Gyangzê sind in ganz Tibet berühmt.

 

Ralung-Kloster in Gyantse

Das Ralung-Kloster oder Shedrub Chökhor Ling ist ein Kloster der Drugpa-Kagyü-Schule, einer der sogenannten „acht kleineren Schulen“ der Kagyü-Schulrichtung des tibetischen Buddhismus (Vajrayana). Das Kloster wurde 1193 von Tsangpa Gyarepa (1161–1211), dem ersten Gyelwang Drugpa, in der westtibetischen Region Tsang gegründet. Es liegt in der Gemeinde Ralung des Kreises Gyangzê im Regierungsbezirk Xigazê  im Autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China.

 

Die Klosteranlage wurde 1966 während der Chinesischen Kulturrevolution völlig zerstört. Seit 1984 wird sie in Teilen wieder aufgebaut.



 

... von Gyantse über Narkartse, Quxul bis nach Lhasa


Lhasa  3650m                                                                                    ལྷ་ ས་

Lhasa ist die Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet der Volksrepublik China. Sie liegt in einem Hochgebirgstal und wurde bei einem Tempel begründet. Noch heute hat sie große religiöse Bedeutung und beherbergt viele Mönche. Eine wichtige Sehenswürdigkeit ist der Potala-Palast, der ehemalige Palast des Dalai Lama.

 

Seit 2006 ist Lhasa an das chinesische Eisenbahnnetz angebunden. Die mehrheitlich von Tibetern bewohnte Stadt hat im inneren Stadtbezirk einen Han-chinesischen Bevölkerungsanteil von rund einem Drittel.

 

Lhasa befindet sich im Transhimalaya-Gebirge. Es liegt etwa in 3600 m Meereshöhe im Tal des Lhasa He, einem Nebenfluss des Yarlung Zangbo. Die Stadt liegt an dessen nördlichem Ufer und erstreckt sich heute in west-östlicher Richtung über mehr als 10 Kilometer.

 

Die Geschichte Lhasas geht bis in das 7. Jahrhundert zurück. Damals wurden der Jokhang-Tempel, noch heute das religiöse Zentrum der Altstadt von Lhasa, der Ramoche-Tempel sowie der erste Palast des tibetischen Königs Songtsen Gampo (reg. 620–649) auf dem roten Hügel gegründet. Dieser stand dort, wo sich heute der Potala-Palast befindet. Zwei im Potala gelegene Kapellen, die u. a. der großtibetischen Königslinie gewidmet sind, gelten als Überbleibsel dieses Palastes. Im 15. Jahrhundert baute die buddhistische Gelug-Schule mit Sera, Drepung und Ganden drei Klöster in der Umgebung von Lhasa. Im 17. Jahrhundert wurde der Potala-Palast unter Ngawang Lobsang Gyatsho, dem fünften Dalai Lama, auf dem „Roten Hügel“ neu erbaut, und auch der Jokhang-Tempel wurde vergrößert.

 

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unternahmen verschiedene westliche Persönlichkeiten Reisen in die Stadt, darunter Francis Younghusband, Alexandra David-Néel, Heinrich Harrer und Peter Aufschnaiter.

 

... unterwegs mit dem Jeep nach Lhasa

Lhasa ist die Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet



Potala-Palast in Lhasa

... wichtigsten Pilgerstätten der tibetischen Buddhisten.

Gebetsraum im Potala-Palast

Potala-Palast in Lhasa                                               པོ་ཏ་ལ་

Der Potala-Palast in Lhasa war während der Zeit der zentraltibetischen Regierung Ganden Phodrang offizielle Residenz und Regierungssitz der Dalai Lamas. Der riesige Palast liegt auf dem Berg „Mar-po-ri“, der sich 130 Meter über Lhasa, der Hauptstadt des autonomen tibetischen Gebietes, erhebt.

 

Der erste Palastbau wurde im Jahr 637 von Songtsen Gampo für seine Frau Wen Cheng auf dem „Roten Berg“ in Lhasa angelegt.  Der Palast wurde 641 fertiggestellt. Im 8. Jahrhundert zerstörten ihn chinesische Truppen weitgehend.

 

Im 17. Jahrhundert ordnete der 5. Dalai Lama den Bau eines Palastes auf dem „Roten Berg“ an. Die Überreste von Songtsen Gampos Palast wurden in den Bau der größeren Anlage integriert. Die Konstruktion des ersten Teils des heutigen Palastes, der „Phodrang Karpo“, wurde im Jahr 1648 unter der Herrschaft des 5. Dalai Lama abgeschlossen, der „Phodrang Marpo“  wurde erst 1694 nach dessen Tod unter Desi Sanggye Gyatsho fertiggestellt. Zu diesem Bauabschnitt gibt es vom Regenten einen ausführlichen Bericht mit einer umfangreichen Liste der Newar-Handwerker, die an dem Bau beschäftigt waren. Die letzte größere Veränderung fand im Jahr 1922 statt. Unter dem 13. Dalai Lama wurden mehrere Räume renoviert und dem Roten Palast noch zwei weitere Stockwerke hinzugefügt.

 

Durch den Bau des Norbulingka, der fortan als Sommer-Palast genutzt wurde, erhielt der Potala die Bezeichnung „Winterpalast“.

 

Die chinesische Kulturrevolution überstand der Potala-Palast als eines der wenigen Kulturdenkmale in Tibet vergleichsweise unversehrt, da der Palast als Unterkunft der chinesischen Besatzungsarmee dienen musste. Er wird heute als Museum genutzt, zählt aber neben dem Jokhang-Tempel weiterhin zu den wichtigsten Pilgerstätten der tibetischen Buddhisten.

 

Gebetsmühlen am Potala-Palast



Jokhang Tempel in Lhasa                      ཇོ་ཁང། གཙུག་ལག་ཁང།

Der Jokhang  ist das bedeutendste Heiligtum innerhalb des Lhasa Tsuglagkhang und liegt inmitten der Altstadt von Lhasa, der Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet der Volksrepublik China.

 

Für die Tibeter bildet er eine Art Zentralheiligtum, zu dem man nach Möglichkeit mindestens einmal im Leben gepilgert sein sollte. Der im Zentrum gelegene Jokhang wird von einem Wandelgang mit Gebetsmühlen umgeben, Nangkhor (‚Innerer Weg‘) genannt – der ‚mittlere‘ Weg ist der Pilgerweg der Barkhor rund um das Kloster, der äußere Weg der Lingkhor rund um die Altstadt.

 

Die Anlage ist ein Musterbeispiel der tibetischen Architektur. Der Legende nach wurde der Jokhang im Jahre 639 von König Songtsen Gampos nepalesischer Gemahlin, der Prinzessin Bhrikuti errichtet, nachdem der ehemals an dieser Stelle gelegene Milchsee  mit Hilfe der Divination von Songtsen Gampos chinesischer Gemahlin Wen Cheng trockengelegt worden war.

 

Der zwischen 642 und 653 fertiggestellte Bau wurde von den in Begleitung Bhrikutis in das Schneeland gekommenen nepalesischen Künstlern vollendet. Ursprünglich dürfte es sich um ein relativ kleines Gebäude gehandelt haben. Indem die Anlage des Jokhang später - vermutlich insbesondere zur Zeit Tsongkhapas (1357–1419) um zahlreiche Nebengebäude und weitere Stockwerke erweitert wurde, erhielt sie den Namen Lhasa Tsuglagkhang. Die Gesamtanlage besaß damit eine Fläche von etwa 21.500 m² und bildete von dieser Zeit an die Stätte zur Abhaltung des „Großen Gebetes“ des sogenannten Mönlam Chenmo.

 

Während des Aufstandes von 1959 achtete die Volksbefreiungsarmee peinlich darauf, den Tempel nicht zu beschädigen, doch während der Kulturrevolution von 1966 bis 1976 wurde der Jokhang unter Beteiligung der Bevölkerung von Lhasa geplündert und schließlich als Hauptquartier der Roten Garden sowie als Gästehaus und Filmtheater genutzt.

 

Im Jahr 1981 wurde der Jokhang unter nationalen Denkmalschutz gestellt. Im Jahr 2000 wurde er zusammen mit dem Potala-Palast als „Historisches Ensemble Potala-Palast in Lhasa“ zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. 2001 kam noch der Norbulingka dazu.

Jokhang  ist das bedeutendste Heiligtum von Lhasa

Jokhang Tempel wurde im Jahre 639 n.C. errichtet

Eingang vom Jokhang Tempel in Lhasa



Drepung Kloster 10 km vor Lhasa

Mönch im Drepung Kloster beim beten

Drepung wurde 1416 von Jamjang Chöje Trashi Pelden gegründet

Drepung Kloster bei Lhasa                                  འབྲས་སྤུངས་

Drepung ist eines der bedeutendsten Klöster der Gelug-Schule und war eines der drei großen so genannten "Staatsklöster" des früheren Tibet, nicht ganz 10 km westlich von Lhasa gelegen.

 

Drepung wurde 1416 von Jamjang Chöje Trashi Pelden einem Schüler des Tsongkhapa, des Begründers des Gelug-Ordens gegründet. Als ehemalige Residenz der Dalai Lamas (vor deren Übersiedlung in den Potala-Palast zu Lhasa) hatten die Äbte von Drepung stets eine wichtige Rolle in der Politik Tibets inne, die sich z.B. in der jährlichen Übernahme der städtischen Regierung von Lhasa zum Mönlam-Fest manifestierte. Die Äbte von Drepung gehörten stets dem engsten Rat des Dalai Lama an und bekleideten oft wichtige Posten wie z. B. den des Regenten zwischen dem Ableben eines Dalai Lama und der Regierungsübernahme des nächsten (was oft eine rund 20-jährige Amtsperiode bedeutete). 1618 griff der König von Tsang Lhasa an und "übersäte die Berge um Drepung mit den Leichen der Mönche".

 

In den Jahren von 1911 bis 1913, als der 13. Dalai Lama versuchte, alle Han-Chinesen aus Tibet zu vertreiben, stellten sich die Mönche von Drepung, vor allem die der Loseling-Fakultät, gemeinsam mit dem Kloster Tengyeling in Lhasa auf die Seite der chinesischen Regierung und gegen den Dalai Lama. Tausende Mönche von Drepung wurden von der Regierung in Lhasa bestraft, doch Drepung entging dem Schicksal von Tengyeling, dessen Mönche vertrieben und dessen Besitz beschlagnahmt wurde und das dem Erdboden gleichgemacht wurde.

 

Von 1913 bis 1919 war der Dalai Lama mit dem Konflikt im Osten (Kham/Xikang) und der Shimla-Konferenz beschäftigt, doch 1920 spitzte sich die Auseinandersetzung zwischen Drepung und der Regierung des Dalai Lama wieder zu. Im Mai 1921 nutzte die Regierung einen Konflikt zwischen dem Kloster und einem seiner ehemaligen Verwalter um ein Grundstück, lockte die drei höchsten Verwalter der Loseling-Fakultät nach Zhol, ließ sie verhaften, auspeitschen und aus Lhasa verbannen sowie ihr Eigentum beschlagnahmen; darauf zogen Tausende Mönche von Drepung zum Norbulingka und verlangten, zum Dalai Lama vorgelassen zu werden. Der Dalai Lama ließ die tibetische Armee bei Drepung zusammenziehen; im August lagerten rund 3000 Regierungssoldaten in Lhasa; sie standen 4000 bis 5000 Mönchen gegenüber. Drepung gab nach, rund 60 Mönche wurden verhaftet, verprügelt und an den Pranger gestellt. Der Dalai Lama entließ alle Verwalter der Klosterabteilungen und setzte neue ein.

 

Vor 1959 lebten in Drepung über 10.000 Mönche, es war das größte Kloster Tibets und besaß 186 Landgüter, verfügte über rund 20.000 Leibeigene, 300 Weidegebiete und 16.000 Hirten.

 

Während der Kulturrevolution wurde Drepung vor der Zerstörung durch die Roten Garden bewahrt; Mitte der 1980er Jahre gab es wieder zwanzig Mönche, im Jahr 2005 waren es etwa 640. Das Kloster steht seit 1982 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China.

 



 

... in Lhasa und zurück über Quxul, Lubom, Xigatse, Lhatse, Nyalam nach Kathmandu.